Donnerstag, 23. Juli 2015

mein Herz mit vier Kammern







kennst du das?
wenn der himmel dunkel ist, verhangen, verdichtet, und dann bricht durch ein Loch gleissendes Licht?
es blendet, und es blendet nicht.

kennst du das, wenn du einfach aufwachst, die Nacht und alles vor der Nacht ist egal, ist vergangen,
denn du bist neu?
du schlüpfst in eine neue Haut, selbstgemacht und bereits lange auf dich wartend, hing an der Puppe, bis zum richtigen Zeitpunkt, bis zum jetzigen Zeitpunkt.
und du wie aus neues Augen ein altes Gemälde von dir siehst, und du es siehst, und du dich wunderst, dass du du bist, und wer du warst?

sowas passiert nach solchen Träumen:

im Halbdunkel, im Ganzdunkel in deine Träume wandern
ankommen an einem neuen Ort, dem 3576. neuen Ort deines Inneren
ich stehe ich einem Haus, ich besuche jemanden, ich sehe mich um, überall
es ist wunderschön
im Grunde wird es nicht richtig genutzt fällt mir auf, irgendwas, das das verrät, liegt in der Luft
und ich finde es schade
unten ist eine Küche, sehr schön und gross
daneben ein Zimmer, ein Wohnzimmer mit vielen Bücherregalen
alles in allem ist dunkles Holz und mittelblaue Wände
ich frage den Besitzer warum er hier unten nicht schläft ich misse das Bett
er sagt es wäre zu heiss hier
ich sehe eine Nische nach vorne Richtung Eingang
und frage ob er denn nicht hier gut schlafen könnte
überall sonst sind große Fenster
und er sagt; hier, hier ist es doch noch wärmer
und ich gehe in Richtung Nische und erkenne: wir stehen halb draussen auf einer Veranda mit dunklem Holz
nun fallen mir Treppen auf, von der Küche und vom Schlafzimmer aus führen sie nach oben
also frontal vom Eingang gesehen, links und rechts
oben ist ein schönes großes Bad und daneben ist ein Schlafzimmer
Treppen aus Holz, grobem aber glatten Holz, mitteldunkel, erdig, fest
es sind 4 Zimmer
ich sehe jetzt es sind hier viele Menschen, die ich kenne und auch die ich nicht kenne
aber dennoch fühle ich mich ungestört
ich sehe mein Vater ist da und frage mich ob er all die Details sieht
und frage schliesslich ihn
natürlich ist ihm nichts aufgefallen
es ärgert mich, so Blind kann man nicht sein
ich zeige ihm nochmal jedes Detail
ich fange oben an
die Tapeten, sie sind Eierschalenfarben und wie in punkten geprägt kommen florale Muster heraus
es ist besonders edel
oben an der Treppe sind Bilder direkt in die Wand eigelassen, unterschiedlichste Stile
die Bilder sind auf Leinwand gemalt und genau in die Wand eingepasst, statt einem Rahmen
es ist sehr geschmackvoll und durchdacht
wir gehen die Treppen runter
ich zeige ihm die Wände
sie sind blau, mittelblau bis dunkles Tyrkies
und an den Fenstern und Türen sind dünne Holzrahmen, in derselben Farbe, nur teils mit Gold besprenkelt
in Punkten
wunderschön
da klingelt sein Telefon und er ist schon am Abheben
in dem Moment drehe ich mich um als wäre es ein völlig unwichtiger Mensch
und das ist es auch
unwichtig
ich sehe mich um und stelle mir vor hier zu wohnen
ich stehe unten vor den beiden Zimmern in einer Art grossem Flur und die gesamte Hausfront ist aus Glastüren
ein guter Blick in die Welt
auch über mir ist die Überdachung direkt über meinem Kopf aus Glas
erst dann beginnen die beiden Räume die sehr hoch sind und man sieht durch schmale Glasfesnter
ganz oben in die beiden oberen Räume, an deren Decke,
das Schlafzimmer ist hell
das Badezimmer ist golden
ich denke mir das ist ein wunderschönes Haus
ich sehe raus bei einem Spalt durch die Glasfront es ist mittlerweile dunkel draussen und ein riesiges Feld liegt vor mir und man sieht die Burg Liechtenstein und dahinter den enormen Horizont und Gewitterblitze
wunderschön
ich drehe mich wieder in den Raum
sehe mich um
in diesem geheimnisvollen Blau
sehe mir genauer die verglaste Front an, und die Wände über dem Glas
im goldbesprenkelten Blau, über den Glastüren, direkt unter dem Plafon
eingelassene Bullaugen
so ähnlich, aber ohne Fenster
runde Holzrahmen in die Wand hineingehöhlte Gruben, gross
sicher 5 oder mehr
und in jedem dieser blinden Bullaugenlöcher sind Dinge
hölzern oder blau
Treibholz aus dem Meer, Fluss, Tonfiguren, gross, grob
schön
schön dekoriert
durchdachte Details
viele haben hier Platz, und viele sind da, viele Menschen
wichtig bin nur noch ich
ich bin ungestört
ich fühle mich hingezogen zu diesem Haus mit 4 Kammern
aber ob es wirklich meins ist, weiss ich nicht bestimmt zu sagen.


aber nach dem Aufwachen, war es klar
dass alles geht
und wie neu ich bin
für mich
und die Kraft
aber vor allem:
alles neu.

und ich dachte mir dann, nicht direkt so, aber in diesem Sinne:
komm, wir lassen uns neu gebären.






Anais