zu Niemandem mehr gesprochen haben/ nicht mehr da gewesen sein/ die Radiowellen deiner Empfangskanäle auf die äußeren Ränder des Universums eingestellt haben/ grüne Gaben zelebriert/ geschlafen/ mit Farbe nicht gespart und Ventile neu eröffnet/ dich über Diversestes erhoben haben, innerlich/ weite Fußmärsche zurückgelegt/ Dämonen aus deiner Umgebung weggeräuchert haben/ dein altes Ich ausgegraben und davon neu gelernt/ am vorletzten Tag im Jahr ins Bett gelegt mit dem Gehängten/ nun hast du schlussendlich eine komplett konträre Perspektive eingenommen/ am letzten Tag im Jahr nackt getanzt, ohne Bewusstsein/ am ersten Tag im Jahr sind dir metallisch schimmernde Fischschuppen von den Augen gefallen, da bemerkt, dass dein Leben gerade entsteht, es Vieles zu erobern gibt, du deine Geschichte schreibst und Ruhm haben kannst, auch wenn die Welt nie davon erfährt/ unter anderem gestaunt/ das Planen aufgegeben, und sich nichts vorgenommen haben
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| artnews.org/ Kai Schiemenz |
Lass uns Achterbahn fahren, in Schutt und Asche
wir können am Himmel den Phönix aufsteigen sehen
dies sind die letzten Tage der Schlange
der Hengst wartet auf uns am Ende vom Spaß
ungesattelt, uns wild zu machen
so wild wie er
der Phönix macht unseren Frieden bunt
jetzt wo wir dem Totenschädel trauen, und uns mit dem Ende verbunden haben
dem Wandel die Treue schworen
vor dem Altar einer ewigen Generation
der Phönix tauft das karge Land neu
und es sprießen schon
mitsamt den Lerchen und dem Neuanfang
unsere Niederlagen
sieh da:
es hat uns fest in den Sitz geschnallt
das Alles, was wir wollten
Anais
