Samstag, 6. Februar 2016
Die Schöne
jetzt ist es noch gut, zu Hause zu sein, eingemummelt in das, was man selbst erfunden hat als Leben,
weil es draussen kalt ist und nass,
jetzt ist es noch gut, zu Hause zu sein,
weil es dunkel ist draussen.
aber wenn das Licht kommt und die Sonne, dann greift die Welt beim Fenster herein, um mich zu fassen und rauszuziehen,
ganz egal wo ich bin, dann zieht es mich am Kragen hinaus.
das macht das Licht mit Motten.
und seit 2 Tagen schminke ich mich mal wieder mehr, als sonst, wo ich das fast nie tue.
weil, ich schön bin.
ich schminke mich meist garnicht, weil, ich schön bin.
ich habe schwarzes Henna in den Haaren was vor allem am Haaransatz greift und über die Länge langsam wieder zu dem üblichen rotbraun wird.
ich werde jetzt öfter mit so einem Pflanzenschwarz über mein Haar färben, weil ich schön bin, mit vielen Gesichtern.
bisschen Schneewittchen, bisschen blau um die Augen, was mir doch nicht so gut passt wie grün und kupfer und braun und gold.
wie meine Haut, die ist auch wie olive und braun und gold
und ich brauche wieder Muskeln und Kraft, eine Ballerina muss auch beachtliche Kräfte an den Tag legen, wenn sie sich gut fühlen will.
und überhaupt finde ich ja, ich sollte Kupfer tragen, ich sollte in Kupfer baden !
weil Kupfer schön ist, so schön wie ich.
ich bin mir sicher, Cleopatra liebte Kupfer wie ich.
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Anais