Donnerstag, 4. Februar 2016

Mein Ich, damals



Früher war das so, immer wenn ich etwas tun musste - wie Schule - dann wollt ich so viel anderes tun.
Immer wenn ich nichts tun musste - wusste ich auch sonst nix zu tun.

Wie war das?

Ich hab damit einfach gelebt. Ich hab das beobachtet, kann ich mich dunkel erinnern.
Und hab weitergemacht mit dieser Unsinnigkeit.
Das war einfach so.
Ich war so klug als Teenager. Ich war so sehr für mich. Ich war tief in mir drin verborgen und sicher. Ich war ich, mitsamt meinem ganzen Universum.
Es gab viele Gedanken, es gab komische Gefühle, es gab so viel mich selbst erforschen in mir drin.
Es gab die Erleuchtung für einen halben Tag, dreimal.
Und Weltschmerz.

Heute ist alles so laut und voll von der Welt. Warum ist heute alles ein Drama? 

Wenn ich nichts zu tun weis mit mir, stelle ich mich in Frage, statt damit zu leben. Wenn ich was tun muss und stattdessen was andres will, bekomm ich keine Luft mehr weil ich ausgebremst werde. Als hinge mein Leben davon ab.
Dieser Ernst kommt mir so unrealistisch vor.
Und wo bin ich überhaupt?

Ich möchte das wieder. Wie damals sein. In mir drin, beherbergt von meiner eigenen Ruhe.

Nichtsahnend von Draussen.

Das geht nur, solange man die Welt nicht berührt hat.


Und jetzt schau ich mich nur atemlos um, in meiner Umgebung, und suche mich, und sehe meine tausend Fehler dabei. Und Unruhe durchzieht mich wie eine Schliere das Wasser.


Beschäftigt bin ich ständig und dabei unterbeschäftigt. Ich suche wie besessen zum Teil. 

Immer will ich zurück. In alles was war. Aber in nichts was passiert ist.

Mit der Berührung der Welt hat diese Unruhe angefangen. Und keiner kann da helfen. Planlos bin ich.

Es gibt kein zurück mehr - mit der Berührung der Droge hat alles ein Lichtschein berührt.
Nur ein fragwürdiges nach Vorn.

Können wir bitte kurz auf Pause schalten?

Mich schwindelt es.





-
Anais