Montag, 30. März 2015

SO KINDER!




Jetz is aber Schluss!

Es reicht mir für heute!

Ich muss noch die Wäsche machen und einkaufen, und ich will euch nicht ständig hinterher sein!

Ruhe is jetz!







WONDERWOMAN IST AUCH NUR EINE FRAU!





-
ANAIS





denn es ist Nichts




Auf der Jagd
auf der Suche
aber still wie ein Reh
still wie eine Gejagte
sie ist aber nicht Beute
sondern Jägerin

sie jagt das Glück
sie testet Strategien
sie investiert ihr Herz
sie durchlebt ihren Schmerz
denn sie will finden.

Sie will Finder sein.
Nichts will sie sein, das ist die Wahrheit,
schön wäre es Finder zu sein.
Nichts soll man wollen.

Also will sie auch nicht.
Sie sitzt in einem Raum mitten im Leben
ohne jegliches Wollen
ist still
ist auf der Jagd
und durchlebt hundert Stürme
trägt das Kleid der Einweihung
das Kleid der Schuld
das Kleid der Abnützung
rein kam sie
doch rein ist sie nicht mehr und nie wieder
denn so sind die Regeln des Spieles
sie kommt
soll ihre Karten ausspielen
sie spielt
das ist das Leben
ein Glücksspiel
Einsatz ist nicht Geld
sie hat kein Geld
Einsatz ist ihre ganze Seele
ihr Glaube
und ihr Herz
und dann sag Kopf oder Zahl
dann sag ganz oder gar nicht
dann setze auf rot oder schwarz

so wie sie es tat
so wie es jeder tut
Jägerin
ruhelose Verfolgerin des Glücks

verloren
ruhelos
dem Leben ausgeliefert
weil das die Regeln sind
verlorene Suchende
in der Mitte des Lebens

haltlos
sich der Ungewissheit hingebend
wie ein Fisch der Stromschnellenrichtung

alles was wirklich geht
ist loslassen
denn es ist Nichts

das ist das Einzige
was wirklich geht.  



_
Anais
2013




images.fotocommunity.de








Sonntag, 29. März 2015

NOTHING FAILS




NO MORE FEARS

NOTHING FAILS

YOU WASHED AWAY MY TEARS

I`M NOT RELIGIOUS

BUT I FEEL SO MOVED

I`M NOT RELIGIOUS 

BUT I FEEL SUCH LOVE

MAKES ME WANNA PRAY.














Samstag, 28. März 2015

Freitag, 27. März 2015

Donnerstag, 26. März 2015

26. MÄRZ 1986




GUTEN TAG, ICH STELLE MICH VOR:


ICH BIN GEKOMMEN UM ZU BETÖREN




ROCKIN' THE BUSINESS SINCE 29 YEARS,

BITCH!

_


Anais










funmozar.com/imgbuddy.com/theresia-dorschfeldt.de












WIE ES SEIN SOLL





und ich weiß nicht, ob ich dich lieben kann

ich weiß nur, du machst mich glücklich

und vielleicht is das, wie es sein soll

und ich weiß nicht, ob das gut is

wenn du erzählst, und es mich schaudert

ich weiß nur, am nächsten Tag, fühle ich mich so leicht

und nichts ist schöner als du

und vielleicht is das, wie es sein soll

und ich weiß nicht, wies is, vor dir zu stehen

und ob ich tragen kann, was du trägst

denn alleine bist du nicht

wenn ich neben dir steh

ich weiß aber, ich würde kämpfen dafür, alles zu halten was ich halten kann

und ich würde meine Wege suchen, durch deine Dunkelheit

und vielleicht is das, wie es sein soll

und ich weiß, dass ich mich nicht verschrecken lassen will

wenn etwas so gut is

wie du

und das is vielleicht, wie es sein soll

ich weiß nichtmal wie du aussiehst

und ob ich dich jemals sehen werde

aber tausendfach möchte ich dir meine liebe erklären

ich weiß auch nicht, ob das komplett krank is

vielleicht is es einfach nur so, wie es sein soll.



-

Anais






Montag, 23. März 2015

sie liebten sich gigantisch






Sie sahen sich auf der Straße
blieben einfach stehen
und sie fragte: "weisst Du, wo's lang geht?"
Er sagte: "Weiss ich auch nicht, laß doch zusammengehen!"
Sie hatten sich so lange gesucht
und nun endlich getroffen
und dann in der Bar
obwohl's nur Kaffee war
waren sie wie besoffen

Und sie liebten sich gigantisch
und es war das erste Mal
und sie wussten nicht mehr
gibt's das wirklich
oder spinnen wir jetzt total?
Und für sie war er der Größte
und sie war seine Königin
und der Himmel wußte vor lauter Geigen
überhaupt nicht mehr wohin

Noch am selben Abend
zog sie bei ihm ein
und ihre Herzen und Körper
waren so hungrig
sie dachten, das wird jetzt immer so sein...
doch irgendwann war der Rausch vorbei
sie wurden langsam wieder clean
und sie merkten, der andere hat noch 'n paar Macken
muss man noch ein bißchen umerziehen

Und sie liebten sich gigantisch
und es war das erste Mal
kleine Fehler hat doch wohl jeder
keiner ist ideal...
Trotzdem war er immer noch der Größte
und sie war seine Königin
nur noch ein bißchen dressieren, 'n bißchen korrigieren
und dann kriegen wir das schon noch hin

Ja, sie liebten sich gigantisch
und trotzdem nervten sie sich sehr
"wenn der andere doch bloß nicht so wie er ist
sondern 'n bißchen anders wär..."

Ja, der Rahmen war schon fertig
und der Rahmen war nicht schlecht
jetzt muß nur noch der Mensch reinpassen
und den biegen wir uns schon zurecht!

Ja, sie liebten sich gigantisch
und war'n so abgetörnt wie noch nie
als sie merkten, daß es zu Ende ging
weil Menschen sind nicht aus Knetgummi

"Ey, was willst Du denn alleine weggehen
willst Du meine Nerven ruinieren
und kannst Du ausserdem nicht mal aufhören
mir hinterherzuspionieren?"
"Du blöde Nuß!"
"Ach du, du Penner, du Fuzzi, du Ultraidiot!"



- Udo Lindenberg



https://www.youtube.com/watch?v=vXKhdA45pM8






FAN









beware ladies!





Sonntag, 22. März 2015

Kühlschrank



ein voller Kühlschrank, ich liebe das Leben

ein voller Kühlschrank, ich liebe das Leben



ein voller Kühlschrank bedeutet, dass ich mich selbst adäquat bemuttere. wie Watte.



_
Anais




totalhomessolution.com



Luxus



ich stehe auf, gehe ein paar Schritte und mache eine Tür auf. meine Tür. in meiner Wohnung. MEINER WOHNUNG: und da steht das Klo. fein. sauber. es kennt nur mich, und seltene Gäste. mein Klo. Privatklo. LUXUS



rogerseller.com.au





luxury







this.
mine.






_
Anais/foto credits Anais




hey ladies !




don't get too old

before you become

your beautiful woman!



because you are grace

you are power

you are beauty

you are sin

you are king

right now

you are you

you beautiful woman

- right now!



my ladies, welcome!



_
Anais





Christie Turlington








Samstag, 21. März 2015

idiotic dreaming




Sequenz 1

ich bin schwanger

ich bekomme Vierlinge

aber das vierte will nicht kommen

und irgendwie gehts mir schlecht

es is noch in meinem Bauch und ich glaube dass das bedenklich ist

und überhaupt bin ich bedrückt

ich geh dann

nachdem sie geboren sind

irgendwohin und mir geht durch den Kopf:

scheisse nein, ich will das nicht, ich bin das nicht, keine Mutter

ich fühl mich richtig scheisse

und dann denke ich: hey, es braucht ja nur den richtigen Mann dazu

und dann gehts mir etwas besser

aber dieses vierte Kind muss da raus.

Sequenz 2

meine Mutter, meine Oma und ich sind im Auto unterwegs

ich will nicht

ich will einfach nicht

und wir steigen aus, sie hat was zu tun hier

ich will das alles nicht

mir geht das alles auf die Nerven

dort sind wir im Garten bei irgendeinem fremden Menschen

was zur Hölle mache ich hier, nur weil sie was zu tun hat?

das is doch nicht meine Scheisse

ich hab so keinen Bock auf diese Frau

meine Oma sagt nichts, is hier aber genauso sinnlos mitgefahren

ich bin wütend

immer dieser Arschlochzwang

sie bringt mich dazu mit ihrer unbedachten Scheissart sie derb zu hassen

die Person die hier wohnt trägt eine graue Katze weg, die kreischt wie am Spiess

ich mach mir sorgen um die Katze

sie kommt aber gleich wieder

und kreischt ebenso dämlich weiter einfach so, während sie da sitz, einfach so und entspannt

scheiss dämliche Katze

dann geh ich zum Auto

keine Ahnung warum eigentlich

und leider nehm ich einen kleinen, kürzeren Weg durch Büsche durch

und laufe durch ein Spinnenetz

mit einer fetten hässlichen Spinne drin

Angst hab ich nicht unbedingt aber es is unangenehm

ich will schnell die Spinnfäden wegmachen, ich will nicht dass sie auf mich klettert

aber die Spinnfäden sind extrem zäh und lassen sich kaum zerreissen

es gelingt aber dann endlich

und ich denke dann: hoffentlich wird die Spinne nicht totgemnacht wenn wir wegfahren

wie mich das alles ankotzt

Sequenz 3

ich bin in der Schule wieder

und wie könnte es anders sein: ich hasse es

ich hasse die Schule

ich muss da aber wieder hin

dort in der Klasse is ein Mädchen, die is ziemlich anders als ich

aber sie sagt, sie sei das Chaos

ich kann das sehen und sage ihr:

hey ich bin 11 Jahre älter als du, sie wird 18, ich werde 29

und ich sage ihr:

ich bin jetzt, 11 Jahre später, immer noch Chaos, so wie damals schon

das beschränkt sich nicht auf das Alter 18

sie wundert sich nur

dass ich 11 Jahre älter bin

und ich hasse die Schule

ich fühle mich im Übermass reifer und überlegener als die Klasse

scheiss Schule



- so kann man nur angestrengt aufwachen in der Früh.


_
Anais





Glitzerkotze



in Aachen am Klo im Hotel

vielleicht is das dort aber generell

klebt im ganzen Mädchenklo

an Wänden bis oben

und am Boden

sowieso

Glitzerpunkte, überall

ich bin mir sicher, daher

es gab unlängst den Fall

dass eine Elfe kam - und ihr Magen war schwer

und da hat sie alles vollgekotzt

mit Glitzer, Glitzer überall

ich bin mir sicher

so wars in dem Fall.


_

Anais



MSMR video







Mittwoch, 18. März 2015

Gegen den Strich



Was ich nicht leiden kann, ist zurückgehen.
Wenn ich in eine Richtung gehe, schlendere, spaziere, und dann denke: hey ich setze mich doch noch ein bisschen in die Sonne am Teich. Und dafür dann 20 m zurückgehen muss, dahin wo ich gerade her kam.
Das geht mir gegen den Strich, das geht der Welt gegen den Strich, das geht meinem Weg gegen den Strich.
Ich kann nicht gut zurückgehen, ich muss vorwärts, das muss fliessen.

Schwerwiegend widerwillig gehe ich zum Teich zurück und sitze am Rand in der Sonne.
Am Rand in der Sonne.
Ich brauche nicht im Mittelpunkt zu stehen.
Ich bin ganz grün angezogen, so wie der Park heute, so macht man sich schön für die Sonne.

Mein Buch mal kurz abgesetzt, sehe ich: die Enten haben auch nicht ihre Ruhe hier. Zwei ausgewachsene mit 7 Babys. Die völlig deplatzierte Baustelle eines Hotels macht Wirbel im Hintergrund, und über uns kreisen Hubschrauber. Kann denn eine Ente auch mal bitte ihre Ruhe haben?
Das is ja wirklich unfassbar!
Am anderen Ende des Teiches laufen Spezialeinheiten mit weißen Helmen irgendwohin wo sie denken gebraucht zu werden.
Keiner braucht Spezialeinheiten.
Kann man denn mal nicht seine Ruhe haben?
Genauso wenig braucht irgendjemand ein Hotel direkt neben der alten Oper in Frankfurt.
Überall Blaulicht und Trara, also ich bitte euch!
Einmal schön durchatmen! Der protestantische Trieb der Menschen ist schon gerechtfertigt, brauchst du dich schonmal gar nicht wundern.
Und Blaulicht ändert da auch nichts dran.
Solln sie Autos sprengen, solln sie Scheiben einschlagen. Das wurde ja auch mal Zeit!

Der Welt gegen den Strich gehen weil sie uns gegen den Strich geht.

Ganz ehrlich.

Ich lese weiter im Text. Die blonde Gauloise, geschnorrt von einer Passantin, an meinen Lippen, da wo sie garantiert nicht hingehört.

Meine Fresse, Ente, bitte schwimm doch in die Mitte, lass den dreckigen Rand!

Ich gehe jetzt zurück in die alte Oper, ich muss schreiben. 
Aber ich verlasse die Sonne so ungerne!
Soo ungerne.

Sonne, meine Schwester, hast du schonmal soviel Unsinn an einem Fleck gesehen?

Ja, du sicher, was erzähle ich dir!



_
Anais

Dienstag, 17. März 2015

Stoffmasken


Schonmal sowas Schräges erlebt?

Ich bin IRGENDWO, unerheblicher gehts gar nicht.

Und IRGENDWER is bei mir, völlig egal.

Und wir finden Vogelstoffmasken, aber total abgedrehte Teile.

Spasshalber probieren wir die an.

Er zieht eine graue Vogelstoffmaske über sein Gesicht, KEINE AHNUNG wer er is, und diese Maske is besonders schräg, ganz irre und so halloweenartig, ziemlich cool - das sage ich ihm auch.

Keine Ahnung wer er ist. Er ist groß und auch sonst grau angezogen, und er kommt näher, und plötzlich küsst er mich, durch den recht dicken Stoff durch.

Das ist ein besonders anregendes Gefühl, sehr interessant. Und dann drückt er sich an mich, meine Beine links und rechts von ihm, wir sind voll gekleidet, aber es macht wirklich Spass, er simuliert mich zu vögeln.

Dann zieht er nur vom Mund die Maske hoch und leckt mir über die Wange.

Ich steh drauf.

Ich habe KEINE IDEE, wer das is.

Schonmal sowas Schräges geträumt?


_

Anais

Sonntag, 15. März 2015

Frieden





ich sehe dich an

und glaube dich zu lieben

und alles woran ich denke, ist

ich wünsche dir so sehr Frieden. 



_
Anais






rebloggy.com





Abschied





Seit etwa zwei Wochen träume ich Abschiedsträume

von Menschen die es waren, aber nicht mehr sind, Menschen, die ich nicht brauche und nie wirklich brauchte, weil sie nicht gut für mich sind.

Der Erste war S., der mir erschien im Traum. Er war fröhlich, offen und gelöst, wohl 10 Kilo mehr als in der Realität, in der Realität ist er dünn und trainiert, herb und ernst im Ausdruck, nicht mehr fröhlich und stets beschwert, bitter. Wir waren so dicke Freunde, fast mehr als das, von Kindheit an, und als Kinder hatten wir den Spass unseres Lebens. Das ist gestorben und es interessiert ihn längst keine Meldung und kein Lebenszeichen von mir mehr, aber auch von anderen kaum. Er hat eine Freundin und das reicht ihm. Jede Freundschaft  ist dann nicht mehr von Bedeutung.
Im Traum sein eigenes Gegenteil. Er nimmt mich an der Hand und er strahlt so sehr, so sehr wie nie mehr in Wirklichkeit, zieht mich irgendwohin, während er plappert und redet und lacht und mir nah ist innerlich.
Es ist ein überraschendes und schönes Gefühl.
Dieser Traum fühlt sich an wie eine Versöhnung zum Abschied.

Einige Tage später träume ich von P. Ich habe ihm schon im wahren Leben gesagt, wie es steht um uns für mich, es steht nichts, und es stand nie was, das ist die Wahrheit und er weiß es, es kratzt ihn auch kaum, mir ist es ebenso egal, doch er kann es nicht lassen, mich sporadisch beeindrucken zu wollen, und sich des Kontaktes zu mir versichern zu wollen. Ich weiß nicht was das soll, ich denke er hat sonst grade kein Mädchen zu beeindrucken. Kein wunder, denn allzu viele hören ihm auch nicht zu.
Im Traum eine Szene die zu längst vergangenen Tagen passt, nicht mehr zu heute. Wir sind in einer schönen Umgebung, in einem Haus, das ich noch nie gesehen habe und die Stimmung ist intim, wir haben unsere Ruhe. Ich streiche ihm über seinen Rücken über dem Shirt, und bin ganz in diesem Frieden verloren, gedankenlos. Er sagt dann zu mir: Jetzt, wo wir uns lieben …. weiter höre ich nicht, denn in dem Moment wache ich im Traum auf aus meiner Gedankenlosigkeit, bin plötzlich komplett klar und entfernt von ihm und erkläre ihm etwas wie, dass wir uns nicht lieben und nichts dergleichen, während mir klar ist, er weiß nicht was er da sagt, denn ich weiß, im Traum, er hat keine Ahnung von Liebe und auch nicht dieses Gefühl für mich. Es besteht keine echte Verbindung zwischen uns, und das teile ich ihm mit.
Ich verabschiede mich von ihm. Er ist mir nicht wichtig.
Diese Sache beende ich hiermit.

Noch ein paar Tage später, das war gestern Nacht, erscheint mir G., und das ist der härteste Kandidat im Bunde, denn im wahren Leben ist meine Sehnsucht nach ihm noch sehr stark erhalten, d.h., tatsächlich genau bis zu diesem Traum, danach war das tot.
Im Traum ist er da, irgendwo, wo wir sind, und ich bin so überrascht, denn nie begegne ich ihm, und hier, in meinem Traum, war er plötzlich da. Enorm war meine Freude darüber und ich frage ihn gleich, wie es mit seiner blonden Freundin steht. Gleich winkt er ab, das ist lange vorbei und war auch nie wichtig, und irgendwie weiß ich, dass das stimmt. Doch mir fällt auf, er ist leicht betrunken, und das ist mir nicht sehr recht. Dennoch ist die Anziehung so stark und wir reden weiter, irgendwas will ich von ihm, und er sagt plötzlich: hey willst du vögeln? Es ist zwar komplett krank dass ich mit dir vögeln will, wo ich dich schon einmal hatte, aber irgendwie will ich es dennoch.
Ich bin komplett enttäuscht und empört eigentlich: wie kann er das so sagen? Sieht er da wirklich nicht mehr?
Dennoch zieht es mich hin und ich will ihn, mit einer irrationalen Sehnsucht, die sich durch nichts begründen lässt, wie man sieht, nichts an ihm ist gut oder charmant, nicht einmal sympathisch - genauso wie in Wirklichkeit, um ehrlich zu sein.
Ich sage nichts und rate ihm, nicht mehr zu trinken, wenn er etwas von mir will noch heute Abend.
Darauf geht er ein, und gesellt sich zu Freunden weiter weg.
Ich denke nach und ich denke, ich will das so nicht, ich will keine betrunkenen Liebschaften mehr, ich will das wirklich erleben, und ich will ihn, wenn, dann klar und nüchtern.
Ich bin mir nicht sicher, aber dann denke ich: hey, wieso denn nicht, worauf denn warten? Es könnte schön sein, es könnte richtig sein. Und ich spüre ich will es und ich schreibe ihm ein Sms, dass ich es will, jetzt.
Dabei sehe ich ihn von einer Entfernung, und sehe wie er einen Krug Bier nach dem anderen kippt, ganz so wie im wahren Leben, wieso nur? denke ich, wollte er nicht diese Nacht mit mir, wieso säuft er, wenn wir uns das anders ausgemacht haben?
Die ganze Geschichte wird zunehmend beschissen und geht mir gewaltig gegen den Strich, sowie gegen alles, was ich wirklich will.
Das ist es wirklich nicht, und dieser Mann, auf die Weise, ist nichts von dem was ich will, wird mir klar.

Dennoch, stur wie ich bin, bin ich noch nicht fertig mit ihm.
Ich bin nackt in einer nächsten Szene, habe nur ein Höschen an, und gehe bewusst mitten durch die Menge in diesem Raum, durch eine Tür in einen anderen Raum, wo ich alleine bin.
Dabei weiß ich, wie umwerfend ich aussehe, und dass es alle sehen können, und das befriedigt mich.
Ich will etwas provozieren. Jetzt wird es absurd, da nichts so passiert, wie ich es will oder plane.
Es folgt mir ein älterer, abstoßender Mann, er will mit mir schlafen, ich will G. eine Sms schreiben, ich hoffe, dass er mir hilft, doch in dem Moment ist mein Handy ein Stück Metall, und ich kann nichts tippen. Ich habe überhaupt kein Gefühl mehr, taub bin ich, und der Mann vergeht sich an mir, doch in diesem Moment bin ich nicht mehr ich, nicht mehr in meinem Körper, nur ein emotionsloser Zuseher einer Szene, die so nicht im Drehbuch steht.
G. kam nicht, er hat nichts bemerkt und interessiert sich für nichts.

Jetzt. Jetzt spüre ich, ich hab verstanden. Jetzt bin ich fertig mit ihm.
Nichts mehr, was mich an ihm interessiert.
Das war, nun endlich, ein Abschied, von einem Menschen, von dem ich nichts haben kann.

-

Sie alle sind Freunde im wahren Leben, aber nicht meine.
Nicht einmal das.

Ich, frei von diesen Geistern.
Und genieße einen Neubeginn.


_

Anais














Phantombilder




sie träumt

und ihr habt gesprochen im Traum

sie wacht auf,

steht auf und geht an dir vorbei

wie du bei der Tür stehst

sie macht Tee

grüßt dich in der Küche

duscht sich und

du siehst ihr dann zu

beim schminken

und wie sie sich die Haare kämmt

beim Frühstück dann

sitzt du bei ihr

und beim hinausgehen

aus der Tür

wartest du bereits

sie zu verabschieden

und auch sonst bist du

den ganzen Tag

verstreut auf ihren Wegen

da und dort

begegnet sie dir überall

wo ihr Blick hinfällt

sieht sie dich

Phantombilder von dir

überall

überall wo sie hingeht.

Nie bist es du

aber sie spürt dich in jeder Gestalt

und sieht dich in jedem Gesicht.


_
Anais

23.2.015




Donnerstag, 12. März 2015

leben





Du musst schon, wenn du das Leben antrittst, um das Kleingedruckte, das darunter steht, wissen.

Die Möglichkeit Beschwerden einzureichen, hast du nicht.

Warum, fragst du?

Weil das Leben eben auf eigene Verantwortung angetreten wird.

Niemand versteht, dass wir sobald wir geboren sind, komplett eigenständig sind, denn die Menschen denken, sie müssen das erst lernen, manche zu früh, manche früh genug, wieder andere zu spät und einige haben sogar den Irrglauben, gewisse Menschen lebten nie unabhängig und eigenständig.
Sowas existiert nicht.
Es existiert nur ein gänzlich unabhängiges Dasein, egal wie die Umstände aussehen.
Denn der Mensch ist er selbst allein und bleibt es bis zu seinem Tod.
Er ist nicht zwei und er ist nicht fünf, er ist er allein, und in sich und seiner Hülle mit sich selbst allein.
Und er entscheidet, in jeder Art von offenbarer Abhängigkeit oder jeder Art von Gefängnis, jede Minute aufs neue ganz eigenständig darüber, wie er sich fühlt. Frei oder in Gefangenschaft.
Genauso entscheidet er in jeder erdenklichen Art von zügelloser Vogelfreiheit darüber, wie er lebt. Frei oder in Gefangenschaft. Hat er nun gelebt oder hat er sein Leben verpasst?
Er selbst nur ist Herr darüber, sonst niemand und auch das Leben nicht. Das Leben ist nämlich die Mutter, die keine Regeln kennt und nicht erzieht.

Also nicht auf das Kleingedruckte vergessen, das ist wichtig.
Es besagt:


Wenn Sie hier eintreten, dann auf eigene Gefahr.  Sie haften völlig selbst und eigenständig ab dem Tag Ihrer Geburt für das Leben.
Sie können leben, oder sie können nicht leben, aus diversen Gründen, und wenn Sie am Schluss das Gefühl haben das Leben verpasst zu haben, haften Sie wie gesagt selbst. Das Leben hat keinerlei Garantie, es gibt keinerlei Reklamationsmöglichkeiten, sowie Ämter dafür.
Leben nur auf eigene Verantwortung.
Wir wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt.


So liest sich das. Ich kann also einen Moment an mir vorbeiziehen lassen und jede Faser davon aufsaugen, und nachher wissen: diesen Moment hatte ich. Ich HATTE ihn, und ich habe ihn gelebt.
Und ich kann genauso gut 100 Momente ein und derselben Sache immer wieder erleben, ohne die Sache überhaupt je wirklich gespürt zu haben, ohne je in dem Moment gewesen zu sein, und nach 100 Malen, das Gefühl haben, ich wurde irgendwie betrogen, da ich es einfach nicht gespürt habe, da ich es nie hatte. Ich habe das nie gelebt. In 100 Mal nicht.
Und ich hatte nicht genug davon. Mir steht noch etwas mehr zu. Ich bin noch nicht fertig damit.
Was leider nicht im Kleingedruckten steht, aber enthalten darin ist, ist: es gibt niemanden, der dir das beibringt. Du stolperst in diese Disziplin, und wenn du am Ende sagen möchtest, du hast gelebt, dann musst du irgendwie selbst herausfinden, wie du Meister dieser deiner höchstprivaten Disziplin werden kannst: richtig am Leben zu sein.
Du musst dich selbst zum Meister machen, wenn du gelebt haben willst.
Keiner kann dir das zeigen. Und das ist der Punkt, warum wir hier als komplett von allem losgelöste und eigenständige Wesen zur Welt kommen. Das macht uns von allem unabhängig, von Anfang an.

Abhängigkeit existiert als solches nicht.
Ich kann Meister sein oder versagen in der Meisterschaft des Lebens.
Verloren hat am Ende niemand und es gibt auch keine Pokalverteilung, nach dem Tod.
Ich kann nur nicht gelebt haben.

Ich kann also auch gelebt haben.


_
Anais

Ein heller Moment während einer Zugfahrt