Montag, 20. Oktober 2014
getting to know myself part I
MUT
Ich muss den Mut aufbringen, unter meine Fassade zu schauen, mir unters Kleid zu blicken, und mich so anzunehmen, wie ich dort bin.
So wie es mir mit meinem Körper bereits gelungen ist.
Ich fühle mich makellos schön.
So werde ich mein Inneres, was ich verabscheue auch annehmen. Und ich werde sagen: ja, genau so ist es!
Denn meinen Körper liebe ich mittlerweile.
Das war der erste Schritt.
Und jeder Zweifel der mir seither, sehr selten einmal kommen will, der hat keine Möglichkeit wirklich haften zu bleiben an etwas, der hat keine Möglichkeit zu bestehen.
Und nun die Charakteranteile. Ansehen und annehmen.
Das was ich da sehe in eine andere Form zu bringen.
Ob dieser versteckenswerte, unschöne Charakterzug, den keiner sehen soll, nicht sogar einen wichtigen Dienst leistet, zu meinem Schutz?
Meinen Grant, meine Wut, meine Aggression, meine Negativität, meine Versagensphantasien: ja die sind da!
Alle Scheinwerfer richte ich jetzt darauf.
Ich nehme das jetzt so an.
Ebenso wie meine Ängste sind sie da wie haarige kleine Monster zu meinen Füßen.
Das ist mein böses ich.
Ich bin auch eine böse Frau.
Ich bin auch so, dass ich Ablehnung hervorrufe.
Nicht nur schön, nicht nur liebenswert.
Ich habe auch ein unattraktives ich.
Eine Seite die andere verärgern kann.
Eine Seite die andere abstößt.
Eine Seite die wenig anziehend wirkt.
Eine Seite die enttäuscht!
Das ist, wenn ich eben scheiße bin.
So wie das alle anderen auch sein können.
So wie ich es bei Männern immer wieder geduldig akzeptieren kann.
So kann ich jetzt zum ersten Mal provozieren, dass dies einmal auch ein Mann an mir geduldig akzeptieren muss.
So kann ich den Mann das nächste Mal herausfordern.
Es ist ein Irrglaube, dass ich etwas dafür tun muss, dass mich ein Mann lieben kann.
Ich bin eine makellose Frau.
Und trage jeden Makel gerne zur Schau.
anais
(Inspiration: Eva-Maria Zurhorst - 'Liebe dich Selbst, und es ist egal wen du heiratest')