Mittwoch, 16. Oktober 2013
Von Hindernissen
Wenn einem etwas im Weg steht, wo man doch unbedingt will, aber nicht kann.
Eine unsichtbare Fessel, eine Wand.
Ein stetes Nichtvorwärtskommen. Ein Einbetoniertsein, und wollen, wollen, laufen wollen. Dahin wo man doch so gerne wäre.
Bestraft fühlt man sich mitunter. Verurteilt zu bleiben. Als hätte man gerichtet über dich:
Du wirst nie.
Du kannst schlicht nicht.
Was einem im Wege steht - dämmert es dir allmählich - ist aber nichts, das von Außen wirkt.
Nichts von Außen Kommende hat eine derartige Macht.
Was einem im Weg steht ist man selbst - dämmert es alsbald.
Und plötzlich ist alles relativ einfach:
Diesen Feind kann ich einschätzen.
Diesen kenne ich.
Diesen habe ich im Auge.
Klar wird auch: mit einem Mal ist da Macht in deinen Händen, greifbar und echt, wie ein Stein.
Trage ihn um den Hals.
Wie ein Wappen.
Der Stein in deinem Weg, die Erbse unter deiner Matratze, der Kiesel in deinem Schuh - deine Angst - dein Du
- ist deine Macht.
Ein Talisman.
Anais an sich selbst